SIND HAARBALLEN FÜR KATZEN UNBEDENKLICH UND WIE BEUGE ICH IHNEN VOR?

Besonders bei Langhaarkatzen kommt es durch das Verschlucken von Haaren beim Putzen häufig zur Bildung von Haarballen. Aber auch kurzhaarige Katzen erbrechen gelegentlich Haare. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal, kann aber auch Probleme mit sich bringen.

Jeder Katzenbesitzer kennt es: die Katze erbricht dann und wann einen länglich geformten Haarballen. Das Hervorwürgen solcher Haarballen ist zwar unschön, bei gesunden Katzen jedoch nicht bedenklich, solange das Erbrechen nicht zu häufig auftritt. Angenehm ist es für die Katze dennoch nicht – der Katze wird „schlecht“, und die dem Hervorwürgen vorangehende, heftige Übelkeit äußert sich in kläglichem Miauen. Deshalb sollten wir Katzen dabei unterstützen, die Haare auf normalem Wege loszuwerden. Gleichzeitig kann und sollte die Menge der aufgenommenen Haare durch regelmäßige Fellpflege verringert werden.

Bei Katzen mit gesundheitlichen Problemen, etwa einer Überfunktion der Schilddrüse oder einer Herz-Kreislauferkrankung wie der Hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), Bluthochdruck (Hypertension) und auch bei Katzen mit einer chronischen Niereninsuffizienz (CNI) haben Haarballen allerdings noch eine ganz andere Relevanz. Das Erbrechen ist anstrengend und damit sehr kreislaufbelastend, und da das Herz bei Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), HCM oder Hypertension durch die Erkrankung regelmäßig nicht mehr normal belastbar ist, kann heftiges Erbrechen u.U. dramatische Folgen haben.

Katzen, die an CNI (Chronischer Niereninsuffizienz) leiden, haben infolge der mangelnden Ausscheidung von Schlackenstoffen durch die Niere sehr häufig Probleme mit den Schleimhäuten (Maulschleimhaut, Speiseröhre, Magen- und Darmschleimhaut). Beim Erbrechen von Haarballen gelangt dann auch Magensäure in die ohnehin schon gereizte Speiseröhre, den Rachen und das Mäulchen. Und weil nierenkranke Katzen häufig unter Übelkeit leiden, sollte grundsätzlich alles vermieden werden, das potenziell dazu führen kann, dass es der Katze schlecht wird und sie erbrechen muss.

Aber auch bei einer Ausscheidung von Haaren und Haarballen auf normalem Weg über den Darm kann es Probleme geben, vor allem bei Langhaarkatzen. Im einfachsten Fall führen solche Haarballen lediglich zu einer leichten Verstopfung. Allerdings können die medizinisch als Bezoare bezeichneten Haarballen auch im Darm liegen bleiben und ihn so blockieren, dass es zu einem gefährlichen Darmverschluss (Ileus) kommt. Besonders gefährdet sind in dieser Hinsicht übrigens Maine Coon Katzen, es können aber prinzipiell alle Katzenrassen betroffen sein. Ein Ileus (Darmverschluss) ist immer lebensbedrohlich, es ist eine Notoperation notwendig, um das Leben der Katze zu retten. Anzeichen für einen solchen Darmverschluss sind wiederholtes, erfolgloses Würgen und Erbrechen, Schwäche und Lethargie, manchmal auch wässriger Durchfall. Wenn die Katze bräunliche Flüssigkeit erbricht, ist Eile geboten, es handelt sich dabei um Darminhalt, der in den Magen zurückgestaut hat.

Mitunter verursachen solche Haarballen auch eine sehr hartnäckige Verstopfung im Dickdarmbereich. Beim Menschen hilft bei einer solchen Verstopfung ein Abführmittel oder eventuell ein sog. „hoher Einlauf“. Diese beiden recht drastischen Maßnahmen verbieten sich bei Katzen, da sie für die Katze lebensgefährlich sind. Aus diesem Grund kann bei der Katze in Einzelfällen sogar eine Operation zur Behebung der Verstopfung notwendig werden. Aus diesem Grund sollte man es am besten gar nicht erst so weit kommen lassen, zumal der Dickdarm der Katze durch eine länger bestehende Verstopfung so stark überdehnt werden kann (sog. Megacolon), dass es auch nach erfolgreicher Beseitigung der Obstipation immer wieder zu erneuten Verstopfungen kommt.

Was also kann man als Katzenbesitzer tun? Zunächst sollte nicht nur bei Langhaarkatzen eine regelmäßige, möglichst tägliche Fellpflege auf dem Programm stehen. Am besten, man gewöhnt schon das kleine Kätzchen daran, dass es gebürstet und gekämmt wird. Bei Langhaarkatzen sollte die Fellpflege täglich erfolgen, damit es nicht zu Verfilzungen kommt. Ziept es nämlich zu sehr, entwickelt auch die liebste Katze eine Aversion gegen Bürste oder Kamm. Gibt es bereits Verfilzungen, hilft nur noch eines: die Zottel abscheren, am besten mit einer speziellen kleinen, besonders geräuscharmen Schermaschine.
Viele Katzenbesitzer geben ihren Katzen regelmäßig Katzengras oder eine Katzenpaste zur Vorbeugung gegen Haarballen, insbesondere natürlich Besitzer von Langhaarkatzen, die in der Regel bereits vom Züchter Ihres Kätzchens auf das Problem hingewiesen werden. Der „Klassiker“ gegen Haarballen ist Malz, das meist in Form einer Katzenpaste angeboten wird. Auch Katzengras wird zur Prophylaxe von Haarballenproblemen eingesetzt.

Es gibt jedoch noch weitere, besonders effektive Möglichkeiten, etwa neuartige Snacks, die eine Kombination aus Ulmenrinde und Gras enthalten.

Ulmenrinde - genauer gesagt die Rinde der nordamerikanischen Rotulme (englisch: „Slippery Elm Bark“) - gilt bei Naturvölkern schon seit Jahrtausenden als Heilmittel. Die Indianer verwendeten sie bei Magenverstimmungen und Verdauungsproblemen. Wissenschaftliche Studien (Justin R. Dann; Mark A. Adler; Keryn L. Duffy, Catriona J. Giffard: A Potential Nutritional Prophylactic for the Reduction of Feline Hairball Symptoms) belegen, dass sich Ulmenrinde bei Katzen positiv auf den Transport verschluckter Haare im Körper auswirkt.

Ulmenrinde regt die Schleimbildung im Verdauungstrakt an. Dadurch wird verhindert, dass verschluckte Haare verfilzen, die Haare können den Darm so viel leichter passieren. Sollten verschluckte Haare trotz allem nicht sofort ausgeschieden werden, wirkt die Ulmenrinde außerdem entzündungshemmend und beruhigend auf die Schleimhäute. Das ist besonders wichtig für Katzen mit CNI (siehe oben) oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen.

In der Kombination mit Gras erweist sich Ulmenrinde als besonders hilfreich. Die Grasfasern binden die verschluckten Haare im Magen. Zusammen mit dem Schleim der Ulmenrinde werden die Haare sehr gleitfähig/rutschig (engl. „slippery“, daher die englische Bezeichnung „Slippery Elm Bark“) und können somit leichter im Darm weitertransportiert und auf natürlichem Wege ausgeschieden werden.

Fazit: Bei jeder Katze, und besonders natürlich bei Langhaarkatzen sollte der Haarballenbildung vorgebeugt werden. Regelmäßige Fellpflege, Katzengras und spezielle Pasten mit Malz, Gras und Ulmenrinde können den mit der Haarballenbildung zusammenhängenden Problemen bei Katzen vorbeugen.

Artikel von Frau Dr. Birgit Leopold-Temmler, Fachtierärztin für Kleintiere

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